Die Rente mit 63 – Weshalb Empörung fehl am Platz ist

Die Türe öffnet sich, ein ernstes Schweigen erfüllt den Raum, alle Blicke sind nach vorne gerichtet: Andrea Nahles, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, nimmt Platz und stellt diversen Arbeitgeberverbänden ihr neues Rentenpaket vor. Doch noch während das Echo der abschlagsfreien Rente mit 63 durch die Hallen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales tönt, prophezeien Kritiker bereits eine Arbeitsmarkt-Renten-Apokalypse biblischen Ausmaßes: durch dieses viel zu teure Konzept werde die nachhaltige Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme gefährdet. Eine Ungerechtigkeit par excellence werde entstehen, da die junge Generation zu stark belastet werde, während die ältere Generation ein Geschenk bekomme, das seines gleichen sucht. Ungerechtigkeit? Nun mal nicht so stürmisch…  Mehr lesen

Mogelpackung Mütterrente

In ihrem 2013 erschienenen Rentenbericht prophezeit die OECD Deutschlands Geringverdienern eine düstere Zukunft, denn hierzulande sind die Rentenbezüge für Menschen mit einem niedrigen Gehalt so gering wie in kaum einem anderen Industriestaat. Besonders stark von Altersarmut betroffen sind wieder einmal die Frauen. Doch die Politik scheint nun endlich auf dieses Problem reagieren zu wollen und so verabschiedete der Bundestag erst kürzlich mit großer Mehrheit das schwarz-rote Rentenpaket. Die stolzen Extrakosten dafür: 160 Milliarden Euro bis 2030. Den finanziell größten Posten davon mit 100 Milliarden Euro nimmt die Mütterrente ein. Damit stößt die große Koalition auf breite Zustimmung bei den Bundesbürgern. Doch was diese zu übersehen scheinen, ist, dass der „Muttizuschuss“ – trotz des gewaltigen Betrags, der dafür aufgewandt werden muss – kaum dazu beitragen wird, die drohende Altersarmut von Frauen zu bekämpfen. Vielmehr stellt der Zuschuss ein teures Wahlgeschenk dar, mit dem sich SPD und CDU zu Lasten der jüngeren Generationen bei ihren Wählern im Renten- und Vorruhestandsalter bedanken. Mehr lesen