Die Eurokrise ist vorbei!

Wirtschaftspolitische Debatten in Deutschland sind zuweilen bemerkenswert. Bemerkenswert in zweierlei Sinne. Zum einen, da sie sich geldpolitisch in einer schon fast dogmenartig (leider oft auch mit dem Etikett „ordnungspolitisch“ versehenen) „deutschen“ Tradition bewegen, ganz gleich was auf den internationalen Finanzmärkten gerade so geschieht. Zum anderen, weil im Normalfall ihre Einschätzung der Lage nicht zwingend mit der Sicht der restlichen Welt übereinstimmt. Nun muss beides nicht bedeuten, falsch zu liegen. Aber es bedeutet eben auch nicht unbedingt, Recht zu haben. Aber der Reihe nach…  Mehr lesen

TTIP – Alles, außer Freihandel!

Mit TTIP, kurz für „transatlantic trade and investment partnership“, wird derzeit ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA verhandelt, das, sollte es in Kraft treten, die größte Freihandelszone aller Zeiten schaffen würde. Gemeinsam vereinigen die USA und die EU etwa 50% des weltweiten Bruttoinlandsprodukts und einen großen Teil des Welthandels auf sich. Obwohl es Zweifel daran gibt, dass es durch das Abkommen zu substanziellen positiven Auswirkungen auf Handel und Wirtschaft kommt, wird es dennoch von der Politik in höchsten Tönen gepriesen. Es ist die Rede von einem neuen Wachstumsschub und einem Jobwunder, mit deren Hilfe Europa aus der aktuellen Krise herausgebracht werden könne. Der neue EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erwartet, dass jedem Europäer durch TTIP zukünftig 545 Euro zusätzliches Einkommen  zur Verfügung stehen werden. Sein Rivale Martin Schulz, der Präsident des Europäischen Parlaments und ebenfalls Kandidat für die EU-Kommissionspräsidentschaft, sicherte seinen Wählern sogar rund 600 Euro mehr pro Jahr zu. Mit anderen Worten: Da wurde und wird einem bares Geld versprochen! Doch wie realistisch sind solche Versprechungen? Mehr lesen

Why we need a temporary non-structural stimulus program to alleviate the severity of the ‘Eurocrisis’

Dieser Beitrag wurde mit dem 1. Preis des 1. Think Ordo!-Essay-Wettbewerbs zum Thema „Haushaltskonsolidierung in Europa“ ausgezeichnet.

Europe’s economic crisis lingers for the fifth year. Scores of young unemployed in southern Europe await hopelessly an economic recovery while their governments reduce spending, thereby further deepening the crisis. Although austerity measures have reduced bond yields and show first signs of success, the prolonged recession kicked an entire generation of young people out of employment and risks creating a ‘lost generation’. The popularity of xenophobic and populist fringe parties shows that the damage caused to the European integration process could be permanent. It is essential that we be aware of the hazards of inaction and bring forward a powerful response to the economic crisis. Mehr lesen

Haushaltskonsolidierung in Europa: Notwendigkeit oder Dummheit?

Dieser Beitrag wurde mit dem 2. Preis des 1. Think Ordo!-Essay-Wettbewerbs zum Thema „Haushaltskonsolidierung in Europa“ ausgezeichnet.

Nehmt das Sparprogramm und haut hier ab!“, mit diesen harschen Worten betitelte ein Online-Artikel der Süddeutschen Zeitung den Besuch der Bundeskanzlerin in Athen. Tausende aufgebrachter Griechen gingen in den Tagen vor dem Staatsbesuch auf die Straßen, um ihren Unmut über das ausländische Spardiktat kundzutun. Anderthalb Jahre sind nun vergangen und der harte Sparkurs, der den Krisenländern in der europäischen Peripherie auferlegt wurde, wird bis heute eifrig weiterverfolgt. Doch was hat sich seit den Demonstrationen getan? Hat sich die Lage dank der Sparanstrengungen zum Besseren gewendet? Oder sind die Zweifel an der Sparpolitik – damals wie heute – womöglich berechtigt? Mehr lesen

Haushaltskonsolidierung in der EU – Der Weg aus dem Trauertal?

Dieser Beitrag wurde mit dem 3. Preis des 1. Think Ordo!-Essay-Wettbewerbs zum Thema „Haushaltskonsolidierung in Europa“ ausgezeichnet.

„Eher legt sich ein Hund einen Wurstvorrat an als eine demokratische Regierung eine Budgetreserve.“ (Joseph Alois Schumpeter)

„Man hätte einfach nur die schwäbische Hausfrau fragen sollen (…) Sie hätte uns eine Lebensweisheit gesagt: Man kann nicht auf Dauer über seine Verhältnisse leben.“ (Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesparteitag der CDU, 2008)

Seit Jahren begleiten Krisen die europäische und außereuropäische Wirtschaft. Selbst Schüler beherrschen bereits das Krisenvokabular: Immobilienkrise, Schuldenkrise, Arbeitslosenkrise, Eurokrise, Finanzkrise. Die deutsche Kanzlerin und ihr Finanzminister kennen das Allheilmittel zur Bewältigung von Wirtschaftskrisen jeglicher Art, es heißt: Austerität. Dieses Heilmittel gehört zur Klasse der Volksmedizin. Danach gilt: Jeder Staat muss einfach nur seinen Haushalt konsolidieren und dadurch wettbewerbsfähiger werden. Das ist so einfach, dass es an jedem Stammtisch verstanden wird. Und so reden die Politiker, mit Ausnahme von einigen wenigen, ständig und überall vom Sparen. Alle Europäer sollen immer und überall sparen. Nur so könne die Krise bewältigt werden. Doch liegt hier schon der erste Stolperstein im politischen Pflaster. Austerität wird nämlich in Deutschland von den meisten Politikern sowie von den Medien mit „Sparen“ gleichgesetzt. Das ist zu kurzgegriffen.

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Deutschland exportiert sich – und die Masse jubelt

In der Eurokrise ist Deutschland längst als ein Hauptschuldiger ausgemacht! Deutschland exportiere zu viel und sei geradezu versessen auf seine hohen Exportüberschüsse, so Deutschlands Kritiker in den Krisenländern der EU. Deutschland möge, so die Forderung, seine Überschüsse reduzieren, damit die Ungleichgewichte in der EU reduziert werden können. In der deutschen Diskussion werden die Exportüberschüsse dagegen überwiegend als positiv für Deutschland selbst bewertet, weil sie als ein Ausdruck der großen Wettbewerbsfähigkeit des Landes und als Garant für Arbeitsplätze angesehen werden. Doch stimmt dies eigentlich? Mehr lesen

Alternative für Deutschland oder Untergang für Europa?

Als Reaktion auf die europäische Schuldenkrise hat sich hierzulande, in Form der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD), Widerstand gegen die Eurorettungspolitik der Bundesregierung geformt. Die AfD mit ihrem Vorsitzenden, dem Hamburger Ökonomie-Professor Bernd Lucke, fordert u.a. eine „geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebiets“ und die „Wiedereinführung nationaler Währungen“. Diese Forderungen sind nicht nur leichtsinnig und gefährlich, sondern haben das Potenzial,  Wohlstand in allen Ländern Europas zu vernichten. Europa braucht keine Auflösung des Währungsgebietes, sondern vielmehr eine Neustrukturierung auf der Basis neuer Verträge, vor allem aber: Europa braucht Europa!

Es steht außer Frage: der Maastrichter Vertrag, der die Stabilitätskriterien für die Eurozone festschreibt, wurde Mehr lesen