Der studentische Blog „Think Ordo! – Ordnungspolitik neu denken“, der Lehrstuhl von Prof. Krieger und der Aktionskreis Freiburger Schule laden die Freiburger Studierenden und Doktoranden der Volkswirtschaftslehre und anderer Fächer zur Teilnahme am 3. Think Ordo!-Essaywettbewerb ein. Das Thema lautet:

Die Zukunft der Sozialen Marktwirtschaft – für immer „Wohlstand für Alle“?

Die liberalen demokratischen Ordnungen Deutschlands und vieler anderer westlicher Industrienationen stehen unter Druck. Diverse politische, ökonomische, soziale und ökologische Herausforderungen haben bei den Bürgern zu Zweifeln an der Funktionsfähigkeit und Problemlösungskompetenz des bestehenden Systems geführt. Am rechten wie auch linken Rand des politischen Spektrums haben sich populistische Bewegungen etabliert, die sich über die Opposition zur liberalen politischen und ökonomischen Ordnung definieren. Sie wenden sich gegen das vermeintliche Establishment, wissenschaftliche Erkenntnis, die Freiheit des Denkens, internationale Organisationen und ökonomische Offenheit. Stattdessen schätzen sie allzu oft starke staatliche Eingriffe oder gar autoritäre Regierungen.

In Deutschland wird dem aufkommenden Populismus und den gegenwärtigen Herausforderungen – vom demographischen Wandel über die Globalisierung bis hin zur Digitalisierung – immer wieder das wirtschafts- und gesellschaftspolitische Leitbild der Sozialen Marktwirtschaft entgegengehalten. Sie gelte es zu erneuern, um wirtschaftlich erfolgreich und zugleich sozial abgesichert in die Zukunft gehen zu können. Im Sinne Ludwig Erhards soll die Soziale Marktwirtschaft auch weiterhin „Wohlstand für alle“ schaffen.

Doch wie sieht eine Soziale Marktwirtschaft für die Zukunft aus? Ist sie dieselbe Soziale Marktwirtschaft aus den „guten alten Zeiten“ oder unterscheidet sie sich von ihr angesichts der neuen, sehr anderen Herausforderungen? Wie geht man beispielsweise mit der Wachstumslogik um, die Erhards „Wohlstand für alle“ zugrunde liegt, zugleich aber auch substanziell zum Klimawandel beigetragen hat?

Das Ziel des neuen Essaywettbewerbs ist es, das Konzept einer Sozialen Marktwirtschaft, wie sie von den Vertretern der Freiburger Schule, Ludwig Erhard und anderen verstanden wurde, in die Gegenwart zu übersetzen und mit neuen Ideen und Interpretationen zu bereichern, sodass ein Bild einer Sozialen Marktwirtschaft für die Zukunft entsteht. Die Beiträge zum Essay-Wettbewerb sollten dabei eine klare und theoretisch und/oder ideengeschichtlich fundierte Position beziehen. So kann beispielsweise auf Alfred Müller-Armack, Alexander Rüstow, Walter Eucken und natürlich Ludwig Erhard mit seinem Buch „Wohlstand für Alle“ (kostenloser Download des Buchs hier) Bezug genommen werden, wobei die inhaltliche Position des Verfassers oder der Verfasserin eines Beitrags in diesem Wettbewerb unerheblich ist. Es zählt die Qualität des Arguments.

Die besten Beiträge werden im Rahmen einer Feierstunde anlässlich der Ausstellung

IN WELCHER ORDNUNG WOLLEN WIR LEBEN?

Freiburg – Wiege der Sozialen Marktwirtschaft –

Walter Eucken und die Freiburger Schule

prämiert. Eine Auswahl der interessantesten Beiträge wird zudem auf dem Blog „Think Ordo!“ sowie im Rahmen der Ausstellung veröffentlicht. Ein allgemein verständlicher und auf ein breites Publikum gerichteter Schreibstil, der auch zuspitzen darf, ist ausdrücklich erwünscht.

Einsendeschluss für die Beiträge ist der 15. März 2020. Alle Beiträge (Länge: maximal 1000 Wörter) sind per E-Mail (lskrieger@vwl.uni-freiburg.de) bei der Wilfried-Guth-Stiftungsprofessur für Ordnungs- und Wettbewerbspolitik einzureichen. Rückfragen werden gerne unter derselben E-Mail-Adresse beantwortet.