2. Think Ordo!-Essaywettbewerb

Zum 100. Blogbeitrag laden der studentische Blog „Think Ordo! – Ordnungspolitik neu denken“ und der Lehrstuhl von Prof. Krieger die Freiburger Studierenden und Doktoranden der Volkswirtschaftslehre und anderer Fächer zur Teilnahme am 2. Think Ordo!-Essaywettbewerb ein. Das Thema lautet:

Der Ordoliberalismus: Fluch oder Segen für Europa?

Einsendeschluss für die Beiträge ist der 15. Dezember 2016. Alle Beiträge (Länge: maximal 1000 Wörter) sind per Email (lskrieger@vwl.uni-freiburg.de) bei der Wilfried-Guth-Stiftungsprofessur für Ordnungs- und Wettbewerbspolitik einzureichen. Rückfragen werden gerne unter derselben Email-Adresse beantwortet.

Im Nachklang der Finanz- und Staatsschuldenkrise, die Europa seit dem Jahr 2008 beschäftigt, ist die deutsche Wirtschafts- und Europapolitik von Amerikanern und anderen Europäern stark kritisiert worden. Der Vorwurf lautet, dass die Deutschen mit ihrer Forderung nach Austerität, bei der durch eine „Abwertung“ von heimischen Löhnen, Preisen und vor allem Staatsschulden Investorenvertrauen und damit Wettbewerbsfähigkeit zurückgewonnen werden sollen, eine Gesundung der schwächelnden Wirtschaften im Rest der Europäischen Union erschwerten. Seit einiger Zeit wird sogar der Vorwurf erhoben, dass speziell der Ordoliberalismus in der Tradition der Freiburger Schule der eigentliche Schuldige an Europas aktuellen Problemen sei, weil er anti-keynesianisch, protestantisch-verzichtsorientiert („erst sparen, dann kaufen“) und regelbesessen sei. Da die europäische Wirtschaftspolitik unter deutschem Diktat stehe und daher am Ordoliberalismus orientiert sei, müsse Europa leiden.

Die Ordoliberalen halten dem entgegen, dass eine wahrhaft ordoliberale Wirtschaftspolitik zu gänzlich anderen Lösungsansätzen für Europas Krise geführt hätte und dass die stattdessen verwirklichten Politikmaßnahmen erkennbar nicht zur Krisenlösung beigetragen hätten. Ohne Zweifel wären ordoliberale Lösungen deutlich markt- und wettbewerbsnäher, würden den Zusammenhang von Haftung und Kontrolle stärker betonen und hätten eine Geldpolitik diesseits des „Whatever it takes“ zur Folge. Zugleich aber würden sie Fehlanreize verhindern und das Vertrauen in die Wirtschaftspolitik auf nationalstaatlicher und europäischer Ebene stärken, was zu einer schnelleren Erholung nach der Krise geführt hätte.

Das Ziel des neuen Essaywettbewerbs ist es, die aktuelle Debatte um den Ordoliberalismus nachzuzeichnen und mit eigenen Überlegungen zur Relevanz der Argumente sowie mit neuen Ideen und Interpretationen zu bereichern. Die Beiträge zum Essaywettbewerb sollten dabei stets eine klare und theoretisch und/oder ideengeschichtlich fundierte Position beziehen. Folgende Fragen können als Leitgedanken dienen:

  • Welche Rolle spielte der Ordoliberalismus in den letzten Jahren in Europa?
  • Hat er die Krise verschärft, wie seine Kritiker behaupten, oder hätte man mehr von ihm gebraucht, um die Krise zu überwinden?
  • Kann ein neu zu entwickelnder europäischer Ordoliberalismus die politisch und ökonomisch gebeutelte EU retten? Wie könnte eine solche ordoliberale Konzeption aussehen?

Die folgenden Texte bieten einen ersten Einstieg in die Thematik, wobei die ersten Texte die ordoliberale Position tendenziell stützen, während die letzteren diese eher kritisieren:

Die drei besten Beiträge werden mit Büchergutscheinen und einer Urkunde prämiert. Eine Auswahl der interessantesten Beiträge wird zudem hier auf unserem Blog veröffentlicht. Ein allgemein verständlicher und auf ein breites Publikum gerichteter Schreibstil, der auch zuspitzen darf, ist ausdrücklich erwünscht.

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One thought on “2. Think Ordo!-Essaywettbewerb

  • 18. Dezember 2016 um 10:11
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    Habe ich leider zu spät gesehen, sonst hätte ich was eingereicht!

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